Der Anlass startete wie immer mit einem gemeinsamen Brunch und der Möglichkeit zum direkten Austausch unter den Delegierten und Gästen. Heuer fand die Delegiertenversammlung im Revier Hotel Säntispark mit 34 Teilnehmenden statt.
Rebekka Rebmann-Kunz, Präsidentin der Gruppe Handel, eröffnete den statutarischen Teil mit einem Rückblick auf die Abstimmung zu den verlängerten Ladenöffnungszeiten. Sie freute sich, dass die Anliegen der Gruppe Handel von der Stimmbevölkerung gehört und die Vorlage abgelehnt wurde. Eine Annahme hätte zu massiven Mehraufwänden und einer Zuspitzung der Personalknappheit geführt, und dies bei einer vernachlässigbaren Steigerung des Umsatzes. Trotzdem gilt es, diese Abstimmung als Auftrag anzusehen, betonte Rebmann-Kunz. Die Detaillisten müssen in einem digitalisierten und vom Online-Handel beherrschten Marktumfeld weiterhin die Vorteile eines persönlichen Einkaufserlebnisses aufzeigen können – mit einer guten und individuellen Betreuung, aber auch als Raum für Gespräche und Begegnung unter den Kundinnen und Kunden.
Ersatzwahl Vorstand
Herbert Scheiwiller entschloss sich, beruflich kürzer zu treten und verkündete deshalb seinen Austritt aus dem Vorstand der Gruppe Handel. Mit Nick Vokner konnte der Stellvertreter von Herbert Schwiller und neue Inhaber der Kühnis Optik Gossau AG, vorgeschlagen werden. Die Delegierten wählten ihn einstimmig für die laufende Amtszeit. Rebekka Rebmann-Kunz dankte Herbert Scheiwiller für sein Engagement im Vorstand und überreichte ihm ein Präsent.
KI im Detailhandel – Hype oder Hoffnung?
Mit dem Motto «Der Mensch im Mittelpunkt» des Migros-Gründers Gottlieb Duttweiler eröffnete Dr. Gianluca Scheidegger, Senior Researcher und Speaker am Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) sein Referat zum Thema «KI im Detailhandel». Demnach stand für Duttweiler nicht das Kapital im Zentrum des Handels, sondern die Begegnungen unter den Menschen, die der Handel ermöglichte. Das GDI fand in einer repräsentativen Umfrage unter KonsumentInnen und ManagerInnen heraus, dass eine Mehrheit glaubt, KI-Anwendungen würden zu Verschlechterungen etwa durch weniger Arbeitsplätze, höhere Preise oder einer verminderten Servicequalität führen. Gleichzeitig wurde aufgezeigt, dass Unternehmungen KI in erster Linie zu Effizienzsteigerungen im Betrieb einsetzen. Für eine Mehrheit bleibt jedoch die menschliche Beratung ein zentrales Element beim Einkaufen. Einfühlungsvermögen und Freundlichkeit gehen durch KI weitgehend verloren. Der Detailhandel kann also mit einem guten Service und persönlicher Beratung weiterhin punkten. Die Nutzung von KI sollte gemäss der Studie besser an den Kundenbedürfnissen orientiert und Effizienzgewinne an Mitarbeitende und KonsumentInnen weitergegeben werden.

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Nick Vokner

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Verabschiedung Herbert Scheiwiller
