Die Initianten der Vorlage «keine 10-Millionen-Schweiz!», auch Verantwortungsinitiative genannt, möchten dem fortschreitenden Bevölkerungswachstum eine Grenze setzen. Dazu sollen bei einer Überschreitung der ständigen Wohnbevölkerung von neuneinhalb Millionen Menschen schrittweise Massnahmen im Asylwesen umgesetzt und internationale Übereinkommen gekündigt werden, um die Zuwanderung einzudämmen.
Der KGV hat an der Präsidentenkonferenz vom 21. April 2026 das Thema in einer Podiumsdiskussion mit Nationalrat Lukas Reimann, Befürworter der Initiative, und Urs Furrer, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands (sgv), Gegner der Initiative, behandelt.
Die Befürworter der Initiative sehen in der unkontrollierten Zuwanderung aus dem Ausland die Gründe für Staus und überfüllte Züge, Wohnungsknappheit, eine vermehrte Belastung der Natur und Ressourcen sowie eine sinkende Produktivität (tieferes BIP). Nationalrat Lukas Reimann äusserte diese Bedenken und verwies auf den zunehmenden Dichtestress in der Schweiz. Es sei deshalb wichtig, die Zuwanderung stark zurückzufahren und mit Ausnahme der völkerrechtlichen Migration nur noch qualifizierte Arbeitskräfte in die Schweiz einwandern zu lassen. Viele der Einwanderer würden gar nicht arbeiten und noch weniger in qualifizierten Berufen. Das führt zu überhöhten Ausgaben im Sozialwesen und sorge für eine sinkende Produktivität in Form eines tieferen BIP pro Kopf.
Urs Furrer anerkennt das Problem der immer dichteren Besiedelung und dem entsprechenden Ausbau der Infrastruktur in unserem Land. Aus Sicht des sgv ist die Initiative jedoch der falsche Weg, um diesen Umständen zu begegnen. Sie orientiert sich an zu starren Steuermechanismen sowie verpflichtenden Massnahmen, die die Flexibilität der Marktwirtschaft einschränken und den Arbeitsmarkt somit gefährden. Speziell in Branchen wir Pflege, Gastronomie, Handwerk oder IT wird häufig Personal aus dem Ausland rekrutiert. Mit verbindlichen Grenzwerten könnte es für Schweizer Unternehmen schon bald schwierig werden, Arbeitskräfte zu finden, die sie dringend benötigen, so Furrer. Ausserdem müssten Firmen bei einer Kündigung der Personenfreizügigkeit wieder abertausende Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen beantragen, was zu massivem Mehraufwand, Verzögerungen und Unsicherheit führt. Der sgv hat sich deshalb deutlich gegen die Initiative ausgesprochen.
In der abschliessenden Abstimmung sprach sich eine Mehrheit gegen die Initiative aus. Der KGV vertritt somit wie auch der schweizerische Dachverband die NEIN-Parole. Er empfiehlt den Stimmberechtigten, am 14. Juni 2025 die Initiative abzulehnen.

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