Das Bachelorstudium an einer Fachhochschule (FH) zeichnet sich durch den hohen Praxisbezug aus. Die Studierenden verfügen nach ihrem Abschluss über eine fundierte Berufsbefähigung und können direkt in Teams mitarbeiten. Der klassische Weg an eine FH führt über eine Lehre mit Berufsmaturität. Interessieren sich Absolventinnen und Absolventen einer gymnasialen Matura für ein solches Studium, müssen sie die nötige Praxiserfahrung nachholen. Das können sie in einem einjährigen Praktikum vor Studienstart tun – oder mit dem PiBS, dem Praxisintegrierten Bachelorstudium.
Im PiBS schliessen die Studierenden mit einem Partnerunternehmen einen vierjährigen Vertrag ab. Darin wird festgehalten, dass sie zu 60 Prozent studieren und mit einem Pensum von 40 Prozent im Unternehmen arbeiten. Je nach betrieblichen Abläufen wählen die Firmen und Studierenden eines von zwei Modellen: wöchentlich aufgeteilte Arbeits- und Studientage oder längere Praxisblöcke vor und während des Studiums.
Vorteile für Unternehmen
Für Unternehmen lohnt sich das System mehrfach. Sie gewinnen motivierte Nachwuchskräfte, die frische Ideen einbringen und aktuellen Stoff aus dem Studium in die Praxis überführen. Die jungen Mitarbeitenden können rasch in reale Projekte eingebunden werden, bearbeiten in Studien- und Bachelorarbeiten Fragestellungen aus dem Firmenalltag und werden schrittweise mit dem Betrieb vertraut. So stehen die Chancen bei einer erfolgreichen Ausbildung gut, dass die Studierenden dem Unternehmen nach dem Abschluss treu bleiben. Dieser Meinung ist auch Kathrin Krüsi, Verantwortliche Young Professionals bei der SFS Group: «PiBS ist für uns bei SFS weit mehr als ein Praktikumsmodell. Es ermöglicht uns, vielversprechende Nachwuchskräfte frühzeitig ins Unternehmen zu integrieren und über mehrere Jahre gemeinsam mit ihnen zu wachsen. Der Betreuungsaufwand zahlt sich dabei klar aus, denn wir profitieren von neuen Perspektiven, vom direkten Austausch zwischen Hochschule und Praxis und von der Chance, zukünftige Fachkräfte frühzeitig an SFS zu binden.»

Unterstützung der Fachhochschulen
Unternehmen, die PiBS-Studierende ausbilden und beschäftigen möchten, müssen Aufgaben aus dem technischen Bereich oder der Informatik anbieten können sowie über die Kapazität verfügen, Studierende während der vierjährigen Ausbildung fachlich zu betreuen. Die konkrete Anstellung läuft wie ein reguläres Bewerbungsverfahren zwischen Unternehmen und Studierenden; die Fachhochschulen bringen Studierende und Unternehmen in Kontakt und unterstützen während der gesamten Ausbildung.
Für Ostschweizer KMU im MINT-Bereich ist PiBS eine Chance: Statt auf dem Arbeitsmarkt fertig ausgebildete Fachkräfte zu suchen, bilden sie diese über Jahre selbst aus – praxisnah, verbindlich und mit direktem Draht zur Hochschule.
PiBS wird an verschiedenen Fachhochschulen der Schweiz angeboten: www.fhschweiz.ch/pibs
Mehr Informationen zum PiBS an der OST – Ostschweizer Fachhochschule: http://www.ost.ch/pibs