Verbandspräsident Markus Wäger stand bei seiner Begrüssung vor einem bis auf den letzten Platz belegten Saal. Fast 90 Berufsbildnerinnen und Berufsbildner hatten sich für den Informationsanlass angemeldet, was die Wichtigkeit des Themas verdeutlichte. Die neue Bildungsverordnung, welche seit Beginn dieses Jahres in Kraft ist, trägt den technologischen Fortschritten in der Branche Rechnung. Sie passt die Ausbildung der Lernenden an die veränderten Rahmenbedingungen an und wird praxisorientierter.
Martin Steiger, Verantwortlicher Elektroberufe bei EIT.swiss, orientierte die Anwesenden über die Erarbeitungsschritte der neuen BiVo mit allen Anspruchsgruppen und zeigte, wo die wichtigsten Unterlagen zu finden sind.
Workshops
An fünf verschiedenen Posten erhielten die Berufsbildner/innen ausführliche Informationen zu den Bereichen ÜK, Betrieb, Berufsfachschule, QV sowie Elektrokompass bzw. Lehrvorbereitung mit KI (ehemals Mathedossier). Zusammengefasst lässt sich sagen, die Ausbildung nach neuer BiVo orientiert sich stärker an der Praxis. Der Lernprozess der Lernenden in den Berufen Montage-Elektriker EFZ und Elektroinstallateur EFZ soll vermehrt anhand konkreter Fallbeispiele aus dem Alltag stattfinden. Demzufolge wird den üKs und der betrieblichen Ausbildung eine viel aktivere Rolle zugeschrieben, während sich die Berufsfachschule auf die Vermittlung der theoretischen Inhalte konzentriert. Die Anzahl der üK-Tage wird erhöht. Die Lernenden sollen früher Verantwortung tragen und in der praktischen Arbeit mehr Raum für Fehlertoleranzen und erneutes Üben erhalten. Die Inhalte in der Berufsfachschule bleiben grossmehrheitlich gleich. Neu gibt es aber keine Fächer mehr, sondern es wird fallbezogener und nach Handlungskompetenzen ausgebildet. Eine Umstellung der Lektionenzahl je Semester soll Standortbestimmungen und die Möglichkeiten für Umteilungen innerhalb der Berufe verbessern.

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Elektrokompass ersetzt das Mathedossier
Ein Workshop widmete sich der Online-Plattform Elektrokompass. Sie unterstützt Lehrbetriebe bei der Organisation von Schnupperlehren und in der Lehrvorbereitung bis zum Lehrstart. Die Plattform ersetzt damit das bisher verwendete Mathedossier. Pascal Schärli, Gründer von Elektrokompass, führte die Berufsbildner/innen durch die Registrierungsprozesse und den Schnuppermanager sowie die Matheaufgaben und Übersichtsfunktionen. Von einfach generierten Einladungsschreiben über Eignungschecks und Schlussauswertungen stehen den Lehrbetrieben praktische Tools zur Betreuung von Schnupperlernenden und angehenden Lernenden zur Verfügung. Als Vorbereitung auf die Lehre führt die KI-Assistentin Ronja angehende Lernende interaktiv durch zahlreiche mathematische Aufgaben mit praxisnahem Bezug. Der Lernfortschritt wird dabei fortlaufend analysiert und die Aufgaben zielgerichtet angepasst. Der Lehrbetrieb kann die Entwicklung mitverfolgen. Mitgliederbetriebe profitieren durch die Kooperation mit EIT.ost von einer vergünstigten Lizenz. Elektrokompass bietet zudem gegen Aufpreis weitere Module wie beispielsweise den Bildungsbericht.
Zum Schluss des Anlasses stärkten sich die Teilnehmenden mit Bratwurst, Bürli und Getränken und tauschten sich über die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen aus. Der nächste Berufsbildneranlass findet am 14. Januar 2027 statt.